Bekömmliches Brot: Warum Zeit und gute Zutaten den Unterschied machen

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Viele Menschen haben heute den Eindruck, dass Brot ihnen nicht mehr so gut bekommt wie früher. Sie klagen über ein Völlegefühl, Unverträglichkeiten oder eine schwere Verdauung. Doch oft liegt das Problem nicht am Brot selbst, sondern an der Art und Weise, wie es hergestellt wird. In einer Zeit, in der viele Prozesse beschleunigt wurden, hat sich auch die Brotherstellung verändert – mit Konsequenzen für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Die Bedeutung weniger, natürlicher Zutaten

Ein gutes Brot braucht nicht viel: Mehl, Wasser, Salz und Sauerteig. Mehr nicht. In der traditionellen Brotherstellung reichen diese wenigen Zutaten aus, um ein schmackhaftes und bekömmliches Brot zu backen. Doch in der industriellen Herstellung werden oft Enzyme, Zusatzstoffe und technische Hilfsmittel eingesetzt, um den Prozess zu beschleunigen und das Brot länger haltbar zu machen. Dabei bleibt etwas Wesentliches auf der Strecke: die natürliche Reifezeit, die für eine bessere Verträglichkeit sorgt.

Warum unbehandeltes Bio-Mehl einen Unterschied macht

Nicht nur die Art der Brotherstellung, sondern auch die Qualität der Zutaten spielt eine entscheidende Rolle. Mein Brot wird ausschließlich mit unbehandeltem Bio-Mehl gebacken. Doch warum ist das wichtig?

  1. Ohne künstliche Zusatzstoffe und Rückstände – Bio-Mehl stammt aus Getreide, das ohne chemische Pestizide oder synthetische Düngemittel angebaut wurde. Dadurch bleiben unerwünschte Rückstände aus der konventionellen Landwirtschaft fern.
  2. Mehr Nährstoffe durch schonende Verarbeitung – Industriell verarbeitetes Mehl wird oft stark ausgemahlen und mit Zusatzstoffen angereichert. Unbehandeltes Bio-Mehl hingegen enthält noch viele der wertvollen Mineralstoffe und Spurenelemente des vollen Korns.
  3. Natürlicher Geschmack – Durch die schonende Verarbeitung bleiben die ursprünglichen Aromen des Getreides erhalten, was sich direkt im Geschmack des Brotes widerspiegelt.

Warum Zeit so wichtig ist

In unserer Backstube lassen wir den Teig lange ruhen – mindestens über Nacht. Dieser Prozess, auch Langzeitgare genannt, verändert das Brot auf eine Weise, die für den Körper spürbar ist:

  1. Die Fermentation baut schwer verdauliche Stoffe ab – Durch die lange Ruhezeit können sich natürliche Enzyme im Teig entfalten, die bestimmte Getreidebestandteile aufspalten. Dadurch wird das Brot bekömmlicher.
  2. Aromen entwickeln sich natürlich – Die langsam ablaufenden Prozesse sorgen für ein vielschichtiges, vollmundiges Aroma, das ohne künstliche Zusatzstoffe auskommt.
  3. Die Frischhaltung verbessert sich – Ein Brot, das langsam reifen durfte, bleibt länger saftig und trocknet nicht so schnell aus.
  4. Der Blutzuckerspiegel bleibt stabiler – Durch die lange Gärung wird der glykämische Index gesenkt, was dazu beiträgt, Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.

Brot als ursprüngliches Lebensmittel

Brot ist eines der ältesten Grundnahrungsmittel der Menschheit. Über Jahrhunderte hinweg wurde es mit natürlichen Zutaten und viel Zeit hergestellt. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich das verändert – mit dem Ziel, die Produktion zu vereinfachen. Doch genau diese Veränderung könnte einer der Gründe sein, warum viele Menschen Brot heute schlechter vertragen.

Vielleicht lohnt es sich, einmal bewusst darauf zu achten, wie Brot gemacht wird. Manchmal liegt die Lösung für ein besseres Bauchgefühl nicht in einem Verzicht, sondern in der Rückbesinnung auf alte Traditionen.

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